Annuitätendarlehen berechnen – so funktioniert es mit Excel

Sowohl Privat- als auch Geschäftsleute kommen irgendwann einmal dazu einen Kredit oder ein Darlehen beantragen zu müssen. Insbesondere bei der Finanzierung von Immobilien ist das sogenannte Annuitätendarlehen die am häufigsten getroffene Wahl. Ein solches Darlehen hat offenkundige Vorteile. Da eine Zinsbindung besteht, findet jeden Monat (je nach Vereinbarung möglicherweise auch vierteljährlich oder jährlich) die gleiche Belastung der eigenen Finanzen statt. Somit herrscht eine hohe Planungssicherheit. Im Sinne dieser Sicherheit und überhaupt, um einen Eindruck der zukünftigen Belastungen zu erhalten, lohnt es im Vorfeld zu kalkulieren. Mit Excel etwa lässt sich mit wenig Mühe ein Annuitätendarlehen berechnen.

Das Annuitätendarlehen – ein Überblick

Allgemein ist zu sagen, dass die Begriffe Kredit und Darlehen oftmals synonym gebraucht werden. In der Praxis jedoch handelt es sich bei Krediten um kleinere, überschaubare Summen, während Darlehen für große Beträge stehen. Natürlich lässt sich für jedweden Betrag ein Annuitätendarlehen berechnen. Wie bereits erwähnt, ist die Besonderheit des Annuitätendarlehens die gleichbleibende regelmäßige Belastung bei der Rückzahlung. Die einzelnen Annuitäten, also die Raten der Rückzahlung, setzen sich nämlich jeweils aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Da mit jeder Annuität die Restschuld zu einem Teil getilgt wird, verringert sich also beständig der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil sukzessive steigt – bei gleichbleibendem Betrag der Rate an sich. Besteht über den gesamten Zeitraum ein fester Zinssatz, lässt sich umso einfacher in einer simplen Tabelle das Annuitätendarlehen berechnen. Doch auch für komplexere Fälle kann der entsprechende Tilgungsplan kalkuliert werden.

Mit Excel Annuitätendarlehen berechnen

Die Tabellenkalkulation von Microsoft bietet für versierte Anwender von Haus aus viele nützliche Funktionen. Laien können allerdings ebenso mit etwas Übung und der entsprechenden Formel ihre individuelle Berechnung vornehmen. Dafür nämlich beinhaltet Excel sogenannte finanzmathematische Funktionen. In diesem Fall handelt es sich um die RMZ-Formel. RMZ steht für regelmäßige Zahlung und die Syntax der Formel lautet:

RMZ(Zins;Zzr;Bw;[Zw];[F])

  • Zins = der festgelegte Zinssatz in Dezimalschreibweise (also 0,05 für 5%)
  • Zzr = die Gesamtzahl der festgelegten (oder geplanten) Annuitäten
  • Bw = der Barwert, der Gesamtbetrag aller zukünftigen Zahlungen (Zu Beginn also die Kreditsumme)
  • Zw = gewünschter Endwert nach der letzten Zahlung (standardmäßig 0) – optional
  • F = Fälligkeit der Zahlung, wobei 0 für Ende und 1 für Anfang der Periode steht – optional

Bis auf Zw und F müssen für alle Elemente jeweils Daten in eine Zelle eingetragen werden. Insofern kann die Formel in Excel dann bspw. so aussehen: =RMZ(A1;A3;A4)

Dafür ist dann in den Zellen A1, A3 und A4 der Tabelle jeweils Zins, Zzr und Bw als einfache Zahl eingetragen. Als Ergebnis der Formel erhält man die Annuität, die fortlaufend zu zahlen ist, sodass der Betrag (Bw) innerhalb der gewünschten Perioden (Zzr) zum festgelegten Zinssatz (Zins) schließlich auf 0 fällt und damit das Darlehen abbezahlt wäre.

Für komplexeren Tilgungsplan lohnt das Internet

Oben beschriebene Formel eignet sich erst einmal für ein sehr einfach kalkuliertes Darlehen. In der Praxis jedoch gibt es Sonderfälle. Insbesondere da größere Darlehen oft über einen langen Zeitraum, mitunter Jahrzehnte, bestehen, findet eine Zinsbindungsfrist selten über den gesamten Zeitraum statt. Dementsprechend kommt es nach einer bestimmten Zeit zur Neuverhandlung über die Zahlung der Restschuld.

Das kann einerseits positiv sein, da man beispielsweise nach fünf Jahren besser verdient und somit seine Tilgungsraten erhöhen möchte. Andererseits kann aber auch der Zinssatz inzwischen höher ausfallen. Um solche Eventualitäten zu berücksichtigen und einen komplexeren Tilgungsplan zu kalkulieren, empfehlen sich Dienste aus dem Internet. Bei diversen Websites etwa kann man direkt im Browser die Daten eingeben und so ein größeres Annuitätendarlehen berechnen. Außerdem gibt es online verschiedene Vorlagen zum Download und Import nach Excel, sodass man eine komplette Tabelle für einen Tilgungsplan erhält.

Die Vorteile eines Tilgungsplans

In den meisten Fällen ist es so, dass bei einem Beratungsgespräch beim eventuellen Darlehensgeber direkt ein möglicher Tilgungsplan erstellt wird. In jenen Fällen lassen die Mitarbeiter im eigenen Programm beispielsweise ein Annuitätendarlehen berechnen und gehen dies anschließend mit dem Interessenten durch. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb lohnt es jedoch, sich zuvor einmal selbst mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben. Es bietet sich an mittels Excel und den entsprechenden Formeln in der Tabelle einmal mit den Zahlen zu spielen, um so ein Gefühl für die Summen zu bekommen.

Außerdem ist die Option der Sondertilgung ein wichtiger Punkt. Außerplanmäßige Sondertilgungen gehen über die im Vertrag vereinbarten Annuitäten hinaus und können die Darlehenslaufzeit effektiv verkürzen, was für den Darlehensnehmer eine sehr gute Sache ist. Allerdings sind Banken in dieser Hinsicht mitunter zurückhaltend. Es ist also nur vorteilhaft, wenn man bereits weiß, welchen Einfluss eine oder mehrere Sondertilgungen in bestimmter Höhe haben können.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:
Dieser Beitrag wurde am 19. April 2021 veröffentlicht.