Der Bauzeitenplan – damit die Fertigstellung Formsache ist

Am Anfang eines jeden Projektes steht die Planung. Das gilt insbesondere für Bauvorhaben. Denn vom Beginn bis zur Fertigstellung laufen eine Vielzahl von einzelnen Schritten ab, die zum Teil voneinander abhängig sind. Die Verzögerung nur eines Bauabschnittes kann daher entscheidende Auswirkungen haben und das Einhalten von Fristen erschweren. Ein sorgsam kalkulierter Bauzeitenplan kann dem entgegenwirken und setzt den Bauprozess in einen realistischen zeitlichen Rahmen. Wie wichtig eine strukturierte Planung ist, zeigte nicht zuletzt immer wieder das Chaos um den Flughafen BER. Es lohnt sich also, von kleineren Vorhaben daheim bis zum vollständigen Hausbau, einen gutdurchdachten Bauzeitenplan zu erstellen.

Was genau ist ein Bauzeitenplan?

Ein solcher Plan, auch Bauablaufplan oder Baukalender genannt, ist die übersichtliche Darstellung der zeitlichen Abläufe während eines Bauprojektes, vom ersten Handgriff bis zur Fertigstellung. Darin werden also alle beteiligten Tätigkeiten genau terminiert und mitunter auch deren Abhängigkeiten veranschaulicht. Dies kann beispielsweise mit einem einfachen Kalender oder einem Zeitstrahl geschehen aber auch komplexere Systeme kommen in Frage. Insbesondere beim Hausbau ist eine solche Planung oft Teil des Bauvertrages. Erstellt wird ein Bauzeitenplan generell vom Bauleiter beziehungsweise einem Architekten. Überdies können auch Privatleute für ihr Vorhaben ganz individuell einen Bauzeitenplan erstellen. Dafür reicht bereits ein gängiges Schreib- und Kalkulationsprogramm wie Microsoft Excel.

Welche Vorteile bietet der Plan?

Dass eine akkurate Terminplanung beim Hausbau und auch für andere Bauprozesse eine hohe Relevanz hat, ergibt sich aus einigen Vorteilen, die der Plan schafft. Generell ermöglicht er eine komplette sowie nachvollziehbare Übersicht aller Bauabschnitte und aller beteiligten Gewerke. Ein Bauherr und überhaupt alle Beteiligten wissen somit stets, in welchem Stand sich ein Bau aktuell befindet. Überdies ist der Plan eine Hilfe bei der Abstimmung von täglichen Arbeitszeiten einzelner Mitarbeiter und der Organisation eventueller Abhängigkeiten während des Baus. Damit dient der Bauzeitenplan dem reibungslosen Ablauf während des gesamten Projektes und dem Ineinandergreifen aller Teilprozesse ohne Leerlauf oder Verzögerungen. Wird der Plan durchweg eingehalten, so wird ein Bau nicht nur pünktlich sondern auch im Rahmen der kalkulierten Kosten fertiggestellt. Insofern ist ein vorab erstellter Bauzeitenplan auch für die Budgetplanung von Vorteil.

In vier Schritten zum fertigen Bauzeitenplan

Die Erstellung einer realistischen zeitlichen Planung geschieht generell in vier Schritten:

1. Zunächst muss ein sogenannter Projektstrukturplan angefertigt werden. Darin gehören im einzelnen alle Arbeitsschritte und Arbeitsbereiche des gesamten Baus – quasi eine detaillierte Liste aller Tätigkeiten vom Baubeginn bis zur Fertigstellung.

2. Die einzelnen Elemente des Projektstrukturplans müssen folglich in eine sinnvolle zeitliche Reihenfolge gebracht werden. Welche Aufgaben sind am Anfang zu erledigen? Welche Arbeiten kommen danach? Können Arbeiten parallel zueinander durchgeführt werden? Gibt es sinnvolle Kategorien und Gliederungen? Diese Fragen müssen hier beantwortet werden. Zudem sind für alle einzelnen Tätigkeiten deren Dauer genau einzuschätzen.

3. Anschließend müssen Abhängigkeiten klar definiert werden. Je komplexer ein Bauprozess ist, desto mehr Gewerke sind im Einsatz. Optimalerweise sollen all diese fließend ineinander übergehen oder auch miteinander arbeiten. Verzug in einem Bereich kann folglich den Verzug weiterer Tätigkeiten nach sich ziehen. Dies gilt es zu bedenken.

4. Sind alle nötigen Informationen lückenlos zusammengetragen, geht es an die Erstellung des Bauzeitenplans. Dieser kann nun auf verschiedene Arten erfolgen.

Welche Darstellung ist für die Planung sinnvoll?

Gemeinhin sind für einen Bauterminplanung drei verschiedene Darstellungsarten üblich. Für sehr einfache Projekte ist dies ein simples Balkendiagramm. Beginn, Dauer und Ende einzelner Arbeiten oder Bauphasen werden dabei nach Tagen, Wochen etc. wie in einem Kalender der Länge nach dargestellt. Für sehr komplexe Projekte hingegen gibt es den sogenannten Netzplan oder Netzwerkplan. Dieser umfasst nicht nur den zeitlichen Rahmen, sondern stellt sämtliche Abhängigkeiten zueinander dar. Aufgrund dieses Umfangs gibt es für diese Art der Planung diverse Programme und Websites mit eigener Software und Vorlagen. Eine Zwischenlösung, und auch für Privatleute sinnvoll, ist wiederum ein sogenanntes Gantt-Diagramm, welches sich beispielsweise mit Excel erstellen lässt.

Gantt-Diagramm mit Excel als Bauzeitenplan

Wer etwa im oder am eigenen Haus ein anspruchsvolles Bauprojekt angehen will, ist mit einem solchen Plan gut beraten. Bei einem Gantt-Diagramm wird das Bauprojekt entlang einer Zeitachse dargestellt. Dabei befinden sich Zeile für Zeile einzelne Balken, welche jeweils für individuelle Arbeiten stehen, bis schließlich der letzte Balken in der letzten Zeile beim geplanten Termin der Fertigstellung endet. In Excel lässt sich dies sehr einfach von Haus aus umsetzen, da die Zellen einer Tabelle als Balken umfunktioniert werden können.

Zudem ermöglicht die farbliche Gestaltung der jeweiligen Zellen beziehungsweise Balken eine Veranschaulichung von Abhängigkeiten. Überdies lassen sich in Excel Hyperlinks einfügen, die beispielsweise den Bauzeitenplan mit einer Finanzplanung verlinken. Ebenso können mittels Formeln direkt Budgetkalkulationen mit in den Plan einfließen. In jedem Fall bietet ein Gantt-Diagramm viele der oben genannten Vorteile eines vollständigen Bauzeitenplans.

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Dieser Beitrag wurde am 26. April 2021 veröffentlicht.