Versetzungsantrag – so geht man am besten vor

Wer in seinem Job komplett ausgefüllt ist, mit den Kollegen bestens klarkommt und auch sonst keine negativen Lebensumstände erfährt, für den ist an einem weiteren beruflichen status quo nichts auszusetzen. Andernfalls jedoch kann es dazu kommen, dass man sich nach einer kleinen oder größeren Veränderung sehnt. Die Gründe dafür sind mitunter vielfältig und oftmals geht es gar nicht darum, gänzlich ein neues Metier zu betreten. Vielmehr sind es Kleinigkeiten oder bestimmte Umstände, die eine leichte Veränderung verlangen. Dann bedarf es einen ordentlichen Versetzungsantrag, auch Versetzungsgesuch genannt. Zuvor jedoch sind dafür die Möglichkeiten abzustecken und einige Überlegungen anzustellen, ehe die richtige Form gewählt wird.

Was genau ist eine Versetzung?

Gemeinhin bedeutet Versetzung der letztlich vom Arbeitgeber veranlasste Wechsel der Dienststelle eines Arbeitnehmers. Rechtlich definiert wird die Versetzung im Paragraph 95 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG). Darin ist die Rede von der „Zuweisung eines anderen Arbeitsbereiches, die voraussichtlich die Dauer von einem Monat überschreitet, oder die mit einer erheblichen Änderung der Umstände verbunden ist, unter denen die Arbeit zu leisten ist.“ Somit ist dann von einer versetzenden Personalmaßnahme die Rede, wenn der Arbeitnehmer für mehr als einen Monat an einem anderen Ort arbeitet, andere Aufgaben erhält oder aber einer anderen Abteilung zugeordnet wird. Das heißt also, dass eine Versetzung nicht immer gleich auch einen Ortswechsel bedeuten muss, sondern kann durchaus hausintern und innerbetrieblich geschehen.

Das sind in der Praxis gängige Gründe

Einen wesentlichen Teil im Versetzungsantrag nimmt das Darlegen der Gründe ein. Diese Begründung geschieht in der Regel aus ganz persönlicher Sicht und muss letztlich den Chef, Mitarbeiter der Personalabteilung oder noch gänzlich andere Kollegen aus höherer Position überzeugen. In der Praxis finden sich zum Beispiel häufig die folgenden Gründe für eine Versetzung:

– Der Wunsch nach neuen oder weiteren beruflichen Kompetenzen – etwa auch das Erlernen einer neuen Sprache, die Arbeit in einer fremden Kultur oder eben Skills, die ein anderer Tätigkeitssektor verlangt

– Die Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung – wenn am bisherigen Arbeitsplatz alle Tätigkeiten nur noch Routine sind, kann das Stress bis hin zu Depressionen verursachen und es braucht einen anspruchsvollen Tapetenwechsel

– Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten – zwischenmenschliche Konflikte, schlechte Teamatmosphäre und sogar Mobbing sind auch in der Arbeitswelt keine Seltenheit und können vielfach den täglichen Gang zur Arbeit zum Spießrutenlauf machen

– Veränderung im familiären Umfeld – Hochzeit, Geburt aber auch Verluste sind einige der häufigsten Gründe für den Wunsch nach einem Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Tätigkeit

– Alter, Burnout, Krankheit – unter Umständen kann der Körper (oder Geist) einfach nicht mehr so viel leisten oder ertragen und ein Versetzungsgesuch mit Neudefinition der Tätigkeiten ist unumgänglich

Wie ist für den Versetzungsantrag vorzugehen?

Wer eine Versetzung wünscht, hat dafür bereits seine Gründe. Es empfiehlt sich dennoch, zu aller Anfang diese einmal genau zu betrachten. Sind die Gründe wirklich dauerhaft beständig? Verbirgt sich hinter den Gründen vielleicht eine tieferliegende Ursache? Um solcherlei Fragen zu beantworten lohnt beispielsweise eine schnell erstellte Mindmap. Ist die Begründung hingegen absolut klar, so ist Initiative gefragt. Je nach Verhältnis zum Chef kann bei diesem schon einmal vorgefühlt werden. Bei größeren Betrieben hingegen gibt es eine Personalabteilung, an die der Versetzungsantrag geht. In jedem Fall ist es ratsam, zu schauen, ob es denn im Betrieb aktuell Stellenausschreibungen gibt, die für die Versetzung in Frage kommen. Dann erfolgt eine herkömmliche Bewerbung mit allen nötigen Unterlagen als Antrag für die Versetzung. Im Anschreiben der Bewerbung kann auf die bisherige Tätigkeit und die Gründe für den Wechselwunsch genau eingegangen werden. Achtung: auch wenn hausintern der Wechsel wie Formsache erscheint, sind stets Mitbewerber im Spiel und die Diskretion muss gewahrt bleiben.

Der Versetzungsantrag als eigenständiges Schreiben

Sind weder innerbetrieblich noch außerbetrieblich freie Stellen ausgeschrieben, bleibt nur das Gesuch als eigenständiges Schreiben. Hierfür gibt es im Internet diverse Muster, jedoch empfiehlt es sich, mittels Word oder ähnlichen Schreibprogrammen einen ganz individuellen Antrag zu verfassen. Zumal je nach Gründen für den Wechselwunsch oft eine Seite ausreichend ist. Wichtig ist, dass direkt zu Beginn klar und deutlich dargelegt wird, was die Gründe für den Versetzungsantrag sind. Im weiteren Text kann aufgeführt werden, welche neue Abteilung oder Stelle in Frage käme, ob es einen Kollegen gibt, der für einen Tausch bereit wäre und ob bereits mit anderen Vorgesetzten die Versetzung besprochen wurde.

Stets die Qualifikationen bedenken

Im öffentlichen Dienst besteht bei einem Versetzungsgesuch stets auch die Frage nach der Befähigung für das gewünschte Amt. Bestehen schwerwiegende persönliche Gründe, so können dann unter Umständen Weiterbildungsmaßnahmen an die gewährte Versetzung geknüpft sein. Ähnliches gilt es auch für die freie Wirtschaft zu bedenken. Unter Umständen können demnach Fortbildungen und ähnliches unabdingbar oder aber sogar gewünscht für eine Versetzung sein. Im Antrag macht es einen guten Eindruck, wenn auf diese eingegangen und gegebenenfalls die Eigenfinanzierung angeboten wird.

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Dieser Beitrag wurde am 1. Mai 2021 veröffentlicht.